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Marburg erwandern - Route 3

Rubrik:Wege ohne Prädikat, Halbtagestour
Start:Cappeler Gleiche (Bushaltestelle)
Ziel:Cappeler Gleiche (Bushaltestelle)
Länge:6,91 km
Kartenmaterial:Kostenloses Kartenmaterial bei der Tourist-Information Marburg erhältlich.

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Informationen zur Tour

Von Cappel zu Landgräfin Sophies Burg auf dem Frauenberg

Über die Mühlenbergstraße geht es vorbei an einem Bolzplatz und rechts hinein in den Wald. Nach gut 2,5 km erreicht man die Gaststätte »Seebode« am Frauenberg, einer Basaltkuppe. Ihre Entstehung steht im Kontext mit der vulkanischen Tätigkeit vor ca. 15 Mio. Jahren im Gebiet des Vogelsberges, dem größten zusammenhängenden Vorkommen vulkanischer Gesteine in Mitteleuropa. Damals brach das »Amöneburger Becken« ein. An seinen Rändern bildeten sich Vulkanschlote, so auch der Frauenberg.

Ostwärts eröffnet sich ein Blick in die waldfreie Ackerbaulandschaft des »Amöneburger Beckens«, überragt von der Amöneburg, einem weiteren einstigen Vulkanschlot. In Hintergrund sind Kellerwald und Knüll zu erahnen. Nordwärts reicht die Sicht über Marburg hinweg zum Burgwald. Im Westen und im Südwesten lässt sich das Rheinische Schiefergebirge erkennen.

Errichtet wurde die Burg, deren Ruine heute auf dem Frauenberg zu finden ist, 1252 auf Anweisung der Landgräfin Sophie von Brabant, Tochter der Hl. Elisabeth. Sie kämpfte für die Wahrung der Erbansprüche ihres Sohnes auf die Landgrafschaft Hessen. Das Erzbistum Mainz, das diese Ansprüche bestritt, verfügte seinerzeit über ausgedehnte Besitzungen nördlich und östlich von Marburg, darunter den größten Teil des »Amöneburger Beckens« mit der Stadt Amöneburg. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die Mainzer Machtstellung in der Region gebrochen. Die nun bedeutungslose Burg verfiel.

Zwei Hugenottenfamilien, aus Frankreich geflüchteten Reformierte, gründeten im Herbst 1687 die Hofgruppe unterhalb der Burg. Der hessische Landgraf hatte ihnen Land am Fuß der Ruine zugewiesen und gestattet, sich der Steine der verfallenen Burg zum Hausbau zu bedienen.

Der Weiler wuchs später geringfügig. Seit 1939 entstand auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine Wohnsiedlung, in deren Nähe der weitere Weg nach Cappel zurück führt.

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